Ver-rückte Schweiz: die 1990er
Spielzeit 2007/2008
Auftraggeber: Schauspielhaus Zürich
Kaum ein Jahrzehnt der Schweizer Geschichte war so masslos, überdreht und von Anachronismen aller Art gekennzeichnet wie das eben erst vergangene. Bereits die 80er hatten es in sich: Sie begannen krawallös, fuhren sich fest in Ausländer- und Asyldebatten und endeten wider jede Vernunft in der Unterstützung des zerbröckelnden Apartheidregimes, im Kopp-Skandal, in der Bodenspekulation und der Hypothekarzinserhöhung samt veritablem Immobiliencrash. Aber all das nimmt sich vergleichsweise bescheiden aus gegen die Fortsetzung. Unsere Veranstaltungsserie analysiert deshalb im staunenden Rückblick auf uns alle eine Nation, die an der Weltzeitenwende 1989/90 auf dem falschen Fuss erwischt wurde und danach von einer Unglaublichkeit zur nächsten bis ins neue Jahrtausend stolperte. Affären, Gewalttaten, Peinlichkeiten und Bodenlandungen aller Art zeichneten diesen Weg. Ob und wann sich die Schweiz nach dieser Parforceleistung wider Willen definitiv aufzufangen vermag, ist unklar – aber allein schon deshalb rechtfertigt sich eine Reflexion der buchstäblich ver-rückten Neunziger der Eidgenossenschaft, zu der zahlreiche Gäste mit thematischen und künstlerischen Einlagen ihren Beitrag liefern.
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Lukas Bärfuss, Martin Heller und Kurt Imhof, die als Autoren zeichnen, haben mit Erfolg bereits während der Spielzeit 04/05 die Veranstaltungsreihe „Basislager Schweiz“ realisiert.
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Projekt: Lukas Bärfuss, Martin Heller, Kurt Imhof, Gesa Schneider, Maria Tschudi